Monday, 16. march 2009 1 16 /03 /März /2009 20:06

Sehr spät wurde mir bewusst das es kein festhalten an diese Ehe gab. Wenn ich heute zurückblicke waren es weniger die körperlichen Angriffe meines Mannes sondern eher die verbalen Übergriffe und sein ganzes Verhalten mir gegenüber die mich langsam zugrunde richteten. Ich kann die Seitensprünge nicht mehr zählen, auch nicht die Wut und Agressionen die aus ihm ausbrachen wenn er getrunken hatte. Ich weiss nicht wie oft ich in Gedanken vor ihm davonlief, vor diesem Leben, das mir die Luft zum atmen nahm. Aber ich hatte immer angst. Angst wie soll es ohne seine finanzielle Hilfe mit mir und den Kindern weitergehn. Was wird aus uns, ich hatte weder job, noch auto oder wohnung.
Es kam der Tag meines Nervenzusammenbruches. Ein sehr wichtiger Tag in meinem Leben. Ich machte eine Therapie um mich von den seelischen Schmerzen zu befreien. Es gelang mir so gut das ich endlich den Schritt wagte und mich scheiden ließ. Innerhalb einer Woche hatte ich Auto, Job, Wohnung und meine Kinder bei mir. Erst jetzt wurde meinem Ex Mann bewusst was er verloren hatte. Das schmerzlichste an der Trennung waren aber die Tränen meiner Schwiegereltern. Ich hatte sie sehr ins Herz geschlossen, so wie die beiden mich. Sie rechtfertigten in keinster Weise das Verhalten ihres Sohnes mir gegenüber, wussten sie doch nur zu gut wer am Ende unserer Ehe am meisten beigetragen hatte. Ich muss sagen das ich selbst heut noch immer sehr guten Kontakt mit meinen Ex Schwiegereltern habe und das mir beide über die schwersten Monate hinweghalfen. Da ich ja von dort an auf mich selbst angewiesen war, hatte ich zwischendurch 3 Jobs um alles bezahlen zu können. Meinen Kindern sollte es an nichts fehlen. Auch das schaffte ich, viele Freunde, beide Omis und Opis halfen mir so gut sie konnten dabei. Sie sorgten sich um die Kinder während ich arbeitete. Ab und zu durfte ich sogar mal mit Freundinnen ausgehen. Ja das war schön, aber auf der Suche nach einer neuen Beziehung war ich nicht. Ich hatte so viel aufzuarbeiten da war kein platz in meinem Herzen für einen Mann. In meinem Leben war die angst übergross nochmals enttäuscht zu werden, wieder abhängig zu sein, noch mal als emotionaler Krüppl zu enden. Das wollte ich mir und meinen Kindern nicht wieder antun. Ist es nicht manchmal eine Ironie des Lebens das sich solcherlei Dinge wiederholen? Wenn ich an meine momentane Lebenslage denke, fühl ich mich wie eine Blume die ohne Wasser verdurstet. Es fehlt mir zur Zeit an nichts in meiner Partnerschaft, ausser an Liebe.

von Horizon - Community: Lebensgeschichten Fantasie
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Tuesday, 9. september 2008 2 09 /09 /Sept. /2008 12:14
Nach 5 Tagen wurde ich mit meiner kleinen Tochter aus dem Krankenhaus entlassen. Irgendwie beschlich mich ein komisches Gefühl. Werde ich den Anforderungen dieses kleinen Wesens gerecht werden? Werde ich wissen was zu tun ist wenn sie schreit? Werde ich ihr eine gute Mutter sein? Zu diesem Zeitpunkt konnte ich meinem Kind nicht wirklich viel bieten, außer meine grenzenlose Liebe zu ihr. Zu Hause bei meinen Schwiegereltern nahm alles seinen gewohnten Gang. Jeder versuchte mir zu helfen und stand mit Rat und Tat an meiner Seite. Ich erledigte täglich die Haus und Gartenarbeiten und kümmerte mich um meine Kleine, das war gar nicht so einfach, Martina war ein Schreibaby - durch und durch. Es kostete mich viel Kraft und ich brauchte starke Nerven das alles zu überstehn. Sie weinte und schrie wegen allem und nichts. Natürlich muss ich zu meiner Schande auch gestehen das wir sie alle gemeinsam gehörig verwöhnt hatten, vor allem meine Schwiegermutter lief schon beim leisesten pieps und nahm sie auf den Arm. Was das bei einem kleinen Baby bewirkt brauch ich wohl niemandem zu erzählen der selbst Kinder hat. Nebenbei hatte ich alle Hände voll zu mich auf die bevorstehende Hochzeit von Wolfgang und mir vorzubereiten. Am 23. September 1990 haben wir dann geheiratet. Es war genauso wie ich es mir als kleines Mädchen erträumt hatte. Mit weißem Kleid und vielen Blumen allen Freunden und Verwandten. Wir wurden zuerst standesamtlich und dann kirchlich getraut. Sogar mit eigenem Chor der für uns sang. Draussen vor der Kirche wurden wir dann noch von der örtlichen Feuerwehr dem Musikverein und der Landjugend beglückwünscht. Wolfi war ein hübscher Ehemann, von mir selbst war ich nicht so begeistert, hatte ich doch noch immer ein paar Kilos von der Schwangerschaft zu viel auf den Rippen. Das war mir dann beim Fotografieren äusserst unangenehm. Aber ausser mir schien das niemanden zu stören. Danach ging es ins Dorfgasthaus wo bereits eine festlich gedeckte Tafel auf uns und unsere Gäste wartete. Wir tanzten bis in die frühen Morgenstunden es war alles dabei - Brautstehlen Kranzerltanz Brautstrauss werfen; alles traditionelle Dinge von denen ich bis dahin nicht wirklich viel wusste. Auf unsere Tochter passte an diesem Tag die Gattin des Bürgermeisters auf. Natürlich war sie in der Kirche und beim Fotografieren live dabei meine kleine Maus. Einen Tag nach der Trauung war ich so vollkommen glücklich. Ich war verheiratet, hatte eine süsse Tochter und verstand mich mit meiner Schwiegerfamilie bestens. Es war eine wundervolle Zeit an die ich gerne zurückdenke. Aber so wie überall kam auch bei uns der Tag wo wir uns unser eigenes Leben aufbauen wollten. Wir mieteten uns im 4 Kilometer entfernten Wildon eine grosse 90m² Wohnung, nur wir 3. Zu Anfang war es ungewohnt. Tagsüber war ich mit Martina allein. Wolfi arbeitete immer bis 6 Uhr. Zum Glück konnte ich Einkäufe und dergleichen zu Fuss oder mit dem Rad erledigen, ich besaß ja noch immer keinen Führerschein. Um uns finanziell mehr leisten zu können arbeitete Wolfgang nebenbei noch an mehreren Baustellen, er war handwerklich sehr geschickt und kannte sich in vielen Bereichen gut aus. Tja, die Zeit verging, Martina wuchs heran und dann kam der Tag an dem Wolfi zum Bundesheer musste. Das ging ja noch, er durfte oft nach Hause da er ja bereits verheiratet und Vater war. Als er zum Grenzschutz eingeteilt wurde war es damit aber vorbei. Er durfte dann nur am Wochenende nach Haus und das war schlimm für mich, er fehlte mir sehr. Als er einen Monat Grenzschutz hinter sich hatte, fuhr ich ihn besuchen - mit meinen Schwiegereltern. Ich hatte ihm etwas wichtiges zu erzählen. Auf dem Weg zu ihm war ich sehr aufgeregt. War mir doch schon seit einiger Zeit kotzübel und ich vermutete wieder schwanger zu sein, daß hatte mir dann der Schwangerschaftstest eindeutig bewiesen. Als wir bei Wolfi ankamen sprudelte die Neuigkeit sofort aus mir heraus. Er freute sich genauso wie ich auf unser zweites Kind und instinktiv wussten wir beide - diesmal wirds ein Junge. Die Zeit verging wie im Flug. Ich hatte eine sehr angenehme Schwangerschaft ohne Kummer und Sorgen. Wir kauften uns in der Nähe der Schwiegereltern eine schöne Eigentumswohnung die wir bald darauf bezogen. Ich lernte dort viele neue Leute kennen. Und mit einigen Frauen verbindet mich bis heute noch eine sehr gute Freundschaft. Wir waren alle so ziemlich im selben Alter , ebenso unsere Kinder, und einige in unserer Siedlung erwarteten wie ich auch ein Kind. Es tat gut sich untereinander austauschen zu können und zu wissen das man nicht allein ist. So vergingen die Monate. Wir brachten Weihnachten und den Jahreswechsel noch hinter uns und dann am 12. Jänner 1993 war es soweit. Ich brachte unseren Sohn "Wolfgang" zur Welt. Er war schon als Baby seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten. Ein lieber und sehr ruhiger Junge. Im ersten Lebensjahr hatte ich nicht wirklich viel von ihm. Schlief er doch 19-20 Stunden am Tag. Besorgt darüber ging ich mit ihm zum Arzt, der beruhigte mich es wäre alles in Ordnung mit ihm und das sich die Mütter eigentlich eher beschweren weil das Kind zu wenig schläft, selten beklagt sich eine Mutter das Kind schläft zu viel. Na ja, nach einem Jahr war es mit der Ruhe vorbei, mein kleiner Junge schlief nicht mehr so viel und war aufgeweckt wie alle anderen in seinem Alter. Ich muss lachen wenn ich an die Zeit zurückdenke. Meine beiden Kinder hatten sich immer gestritten, jahrelang, manchmal trieben sie es so arg das nicht einmal die Omas und Opas der beiden die zwei gleichzeitig zu Besuch aushielten. Wir waren wie viele Familien, Arbeit, Haushalt, Kindererziehung - da blieb für Beziehung und Liebe leider wenig Zeit. Vielleicht hatte auch ich damals den Fehler gemacht mich ausschließlich meinen Kindern zu widmen und für meinen Mann wenig Zeit aufzubringen. Vielleicht war es auch seine Schuld da er sich mehr und mehr von uns entfernte und sich in die Arbeit flüchtete. Wie auch immer - unsere Ehe bekam Risse und die Fassade der perfekten Familie begann zu bröckeln. Ganz langsam aber stetig bahnten sich die schmerzhaften Ereignisse an, nur damals waren wir zu unerfahren und zu blind die Zeichen richtig zu deuten. Ich klammerte mich immer an die Wunschvortsellung das mir und meinen Kindern nicht das gleiche Schicksal ereilen soll, so wie es damals bei mir und meinen Eltern war. Aber leider; einige Dinge im Leben scheinen sich zu wiederholen, auch wenn man das nicht möchte. Nur in einem Punkt unterscheiden sie sich, meine Kinder hab ich nicht verlassen und ich war so gut es ging immer bei ihnen, mit meinem ganzen Herzen und meiner Liebe zu ihnen, die eine ganz eigene besondere Liebe ist, die man mit Worten einfach nicht beschreiben kann. Es ist wie ein unsichtbares Band dass einen mit seinen Kindern verbindet, ein Band das nicht einfach zerschnitten werden kann wie die Nabelschnur bei der geburt. Es ist etwas immerwährendes und das ist das Schöne daran Kinder zu haben.
von Horizon
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Sunday, 31. august 2008 7 31 /08 /Aug. /2008 18:36
Die Wochen nach dem Tod meiner Freundin liegen mir nur schwammig in Erinnerung. Aber meine neue Liebe gab mir Kraft und Stehvermögen und so versuchte ich aus allem irgendwie das Beste zu machen. Ich genoss die Zeit die wir gemeinsam verbrachten und es war alles so neu und aufregend für mich. Ich weiß noch wie sehr ich mich freute, es war mein 19. Geburtstag, als Wolfgang mich zu Hause abholte um mit mir feiern zu gehn. So was kannte ich bis dahin gar nicht. Er überreichte mir 19 rote Rosen und eine goldene Halskette mit einem Herz als Anhänger. Mein Vater blickte ihn überrascht und auch etwas eifersüchtig aus den Augenwinkeln an und verschwand sofort wieder in seine Garage um an seinen Autos weiter zu basteln so wie er es immer schon tat in jeder freien Minute. Meine Stiefmutter war begeistert vom Auftreten meines Freundes da er ihrer Meinung nach sehr gute Umgangsformen hatte. Ich merkte auch sehr schnell das er wirklich verlässlich und fleissig war und eigentlich der Mann von dem ich immer geträumt hatte. In seinem Heimatort hatte ich mit vielen Anfeindungen zu kämpfen denn es gab da einige potentielle Bewerberinnen die gerne meinen Platz an seiner Seite eingenommen hätten. Aber den ließ ich mir nicht streitig machen , zu viel hatte ich schon hinter mir also würde ich jetzt nicht klein beigeben. Das Thema hatte sich alsbald dann erledigt denn im Oktober schon wurde ich schwanger mit unserem ersten Kind. Zuerst vielen wir beide aus allen Wolken aber da wir es ja mit der Verhütung nicht ganz so genau genommen hatten waren wir auch nicht wirklich überrrascht, das nun der Fall der Fälle eingetreten war. Uns beiden war auch sofort klar wir bekommen das Kind egal wie. Die größte Hürde war da nur wie sollten wir es unseren Eltern beibringen. Er fasste sich ein Herz und sagte als erster zu Hause was Sache war. Sein Vater war erfreut über die Nachricht aber der war ja immer schon ein lustiger Kerl den nichts erschüttern konnte. Nur seine Mutter war da schon etwas konservativer eingestellt. Sie war halt noch vom ganz alten Schlag, streng katholisch sehr in der Kirche angagiert und Sex vor der Ehe, na das ist eine Todsünde und es bringt Schande über die ganze Familie, die hier im Ort grosses Ansehen genoß. Aber Wolfi hielt eisern zu mir und machte das seiner Mutter auch lautstark klar. Bei meinem Vater verlief es auch nicht so reibungslos mit der Nachricht das er bald Opa wird. Seine Worte beschränkten sich darauf, das wir selbst noch Kinder wären und zu jung um schon ein eigenes zu haben und das er sicher nicht noch ein Maul mehr durchfüttern geht, weil seiner Meinung nach würde Wolfgang mich bei der nächstbesten Gelegenheit eh sitzen lassen. Diese Einstellung meines Vaters verletzte mich so sehr in meinem Stolz das ich beschloss auszuziehen um ihm nur ja nicht noch länger auf der Tasche zu liegen. Aber wo sollte ich hin? Ich hatte kein Einkommen war ich ja grade erst mit der Schule fertig. Also hatte ich auch keinen Anspruch auf Karenzgeld oder irgendwas in der Art. Wolfi redete mit seinen Eltern und ich durfte bei ihnen einziehen. Ich wohnte genau einen Monat dort, kümmerte mich um den ganzen Haushalt der insgesamt aus 7 Personen bestand, da sagte mir Wolfis Mutter ich könnte nicht länger bei ihnen bleiben, sie hätte ein Gespräch mit dem Pfarrer gehabt und der sagte ihr das sie sich strafbar machen würde wegen Kuppelei da Wolfi und ich noch nicht verheiratet wären. Sie gab mir eine Telefonnummer von einer Familienberatungsstelle die sollten mir weiterhelfen. Und das taten sie auch. Ich bekam das OK in einem Mutter-Kindheim unterzukommen. Allerdings musste ich noch 2 Tage bis dorthin warten. Also wohin jetzt in diesen 2 Tagen. Ich wollte es auf keinen Fall auf weitere Diskussionen mit Wolfis Mutter ankommen lassen, also schlief und hauste ich in diesen 2 Tagen in der Fischerhütte seines Vaters mitten im Wald ohne fließendes Wasser Strom oder irgendwas. Es gab eine Petroleum Lampe und ein uraltes Bett, mehr nicht. Ich wartete fieberhaft bis Wolfi von der Arbeit kam, er brachte mir zu essen und zu Trinken, und er blieb die ganze Nacht bei mir, sagte es wird alles gut er wird sich um alles kümmern. Ich zog in dieses Mutter-Kind Heim, es wurde von Klosterschwestern betrieben die sehr nett waren und immer bemüht darum ihren Schützlingen wie sie uns nannten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Ich war noch mit einigen anderen Frauen dort, jeder hatte ein eigenes Zimmer teils auch mit Gitterbettchen für die Frauen die ihr Kind schon hatten. Es gab eine Gemeinschaftsküche, ein Bad und WC und ein grosses Wohnzimmer wo wir uns abends gemütlich zusammensetzten und jeder was über sich erzählte. Es tat gut andere um sich zu haben die es auch nicht leicht im Leben hatten und ebenso wie ich in einer scheinbar ausweglosen Situation steckten. Wir lenkten uns von unseren Sorgen ab indem wir für das bevorstehende Weihnachtsfest gemeinsam Dinge bastelten und alles weihnachtlich dekorierten. Wolfi kam mich täglich nach der Arbeit besuchen, ich musste gleich zu Anfang etliche Papiere ausfüllen die ihm den Zutritt in unser Haus gewährten. Es standen immer Wachposten unten die alles und jeden kontrollierten denn es gab viele misshandelte Frauen bei uns die aus Panik vor ihren männer davonliefen und hier Schutz suchten. Und es kam mehrmals vor das randaliert wurde und die Frauen von draussen beschimpft und bedroht wurden. Also war es nicht so einfach das man als männlicher Besucher kommen und gehen konnte wie man wollte. Spätestens um ein Uhr nachts musste jeder Besucher das Gebäude verlassen bei Verstossen gab es Besuchsverbot. Wolfi kam jeden Tag pünktlich nach der Arbeit und blieb immer bis ein Uhr. Danach fuhr er zu seinem Freund bei dem er seit meinem Auszug schlief, essen ging er ins Gasthaus und auf Anrufe seiner Mutter reagierte er nicht. Kurz vor Heilig Abend kam mich seine Mutter besuchen und teilte uns mit das ich zu den Wochenenden und Feiertagen bei ihnen bleiben darf wenn ich das noch möchte, sie sah glaub ich das sie mit ihrer Einstellung drauf und drann war ihren Sohn für immer zu verlieren. Wolfi und ich gingen auf ihr Angebot ein. So vergingen die Wochen bis zum Osterfest. Das fiel damals auf den Monat April. Bis dahin hatte Wolfi seine Mutter so weichgekocht das sie meinte bis zu Ostern sollte ich wieder ganz einziehen bei ihnen und im Juni in Ruhe unser Baby zur Welt bringen. Ich glaub ein Hauptbestandteil das sie ihre Meinung änderte lag darin, das wir schon wussten das unser Nachwuchs ein Mädchen wird. Ein Mädchen hatte sich Wolfis Mutter immer selbst sehnlichst gewünscht bekam aber 4 Jungs. Den Tag der Geburt konnte sie kaum erwarten. Wenn ich gewusst hätte was da auf mich zukommt wär ich heute glaub ich noch immer schwanger. Ich hatte 22 Stunden die schlimmsten Wehen und war mit meinen Kräften am Ende als unsere Martina dann endlich das Licht der Welt erblickte. Sie war ein gesundes propperes Mädchen an dem alles passte. Wolfi war die ganze Geburt bei mir und half mir sehr dabei. Ich war danach nur geschafft. Um 14.24 am 16. Juni 1990 wurde ich Mama, zum ersten mal. Jetzt hatte ich jemand dem ich all meine Liebe schenken konnte und der nicht einfach aus meinem Leben geht so als würde er mich nicht kennen. So ca. um 17.30 bekam ich Besuch und zwar von meinem Vater, Wolfis Mutter hatte ihm bescheid gesagt über die Ankunft seiner Enkelin. Denn seit meinem Auszug hatte ich jeglichen Kontakt zu meiner Familie abgebrochen. Wolfis Mutter kam mit ihm ins Zimmer des Krankenhauses mit einem riesigen Strauss roter Rosen( das hatte Wolfi wohl von seiner Mutter geerbt) sie hatte Tränen in den Augen als sie Martina im Arm hielt und sie bedankte sich immer wieder bei mir das sie das Glück hat stolze Oma eines so bezaubernden Mädchens sein zu dürfen. Mein Vater hatte auch Tränen in den Augen, das hatte ich zuvor nur einmal in meinem Leben bei ihm gesehen, als ihn meine Mutter verließ. Meine Stiefmami und mein kleiner Bruder waren auch mitgekommen. Ein Jahr zuvor hatte meine "Mami" auch ein Mädchen geboren ; Tanja hieß die Kleine die ich fast nur von Fotos kannte. Jetzt sollte sich das alles ändern. Durch die Geburt meiner Tochter sind sich viele Menschen wieder sehr Nahe gekommen, eine Überrraschung die man nicht für möglich gehalten hätte. Stolz und Vorurteile, konservative Einstellungen alles war auf einmal nicht mehr wichtig. Nur dieses kleine Würmchen auf meinem Arm zählte noch. Die zweite Überrraschung war für meinen Vater das seine Enkeltochter genau an seinem Geburtstag zur Welt kam. Das hab ich doch fein hingekriegt, oder? Später als alle dann gegangen waren hielt Wolfi noch lange meine Hand. Es wird alles gut, siehst du? Sagte er zu mir. Er sagte mir auch wie glücklich er sei und das er so unendlich Stolz ist auf mich. Mit einem Kuss verabschiedete er sich dann und ich schlief ein völlig erschöpft. In 24 Stunden kann ein völlig verkorkstes Leben wieder ganz anders aussehen. In 24 Stunden kann sich völlige Verzweiflung und Ratlosigkeit in Glück und Aussicht auf eine schöne Zukunft wandeln. In 24 Stunden habe ich gelernt was glücklich sein heisst, ein Kind in seinen Armen zu halten in dessen Augen zu sehen und einfach nur zu denken, danke - danke das du mein Kind da bist!
von Horizon
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Friday, 29. august 2008 5 29 /08 /Aug. /2008 22:06
Nachdem ich mich so einigermaßen erfolgreich nach dieser herben Enttäuschung wieder auf die Beine gestellt habe, begann das Leben für mich neu. Zuerst schnappte ich mir eine meiner engsten Freundinnen (Silvia) und ab ging es für 3 Wochen zu meiner Verwandschaft nach good old Germany. Wir verbrachten eine wundervolle Zeit und redeten über alles und nichts. Ich lernte Facetten an meiner Freundin kennen die ich bis dahin noch nicht gesehen hatte. Sie erzählte mir von ihren Wünschen, Träumen und Hoffnungen. Sie schockierte mich mit Dingen die ich ihr nie zugetraut hätte wie zum Beispiel das sie eines Tages Kriegsberichterstatterin oder Auslandskorrespondentin werden möchte. Ich fragte sie ob sie denn nicht angst hätte mitten in einem Kriegsgebiet zu sein und von dort zu berichten. Sie sah mir fest in die Augen als sie sagte:" Liebes, ich werde sowieso nicht alt". Ich sagte ihr sie solle nicht so einen Mist reden und verwarf im selben Moment das mulmige Gefühl das in mir aufstieg. Schon am nächsten Tag war alles vergessen wir fuhren mit einem Bus zu einem Tagestrip nach Paris. Eine wunderschöne Stadt, die man wirklich mit ganz besonderen Menschen besuchen sollte. So viele Eindrücke hat sie in mir hinterlassen, ja, man kann sagen Paris hat mich verzaubert. Abgesehen davon das ich fast verhungert wäre weil ich kein Wort französisch konnte und das wir über 3 Stunden zum Eiffelturm marschiert sind  weil wir in der Metro nichts lesen konnten und somit nicht mal fähig waren ne simple Fahrkarte zu kaufen. Am Abend verließen wir diese schöne Stadt und nahmen viele wundervolle Erinnerungen mit. Ein paar Tage später kehrten wir dann wieder ganz nach Hause zurück. Die Steiermark hatte uns wieder und wir freuten uns schon unsere gute Freundin Susi wiederzusehen, die uns leider nicht begleiten durfte weil ihre Eltern es nicht erlaubten. Jetzt ging der Alltag wieder los! Für die Schule lernen zu Hause helfen und wenn es das Taschengeld erlaubte gingen wir so einmal im Monat auch tanzen in einer kleinen Dorfdisco, wo jeder fast jeden kennt. Und ich weiss es noch als wär es gestern gewesen, es war der 3. Mai 1989. Susi und ich waren in einem Cafe, quatschten über alles mögliche natürlich auch über Jungs. Etwas später gesellte sich eine Klassenkameradin zu uns. Ich war an diesem Tag nicht in Stimmung tanzen zu gehen und hatte vor den nächsten Zug nach Hause zu nehmen. Führerschein oder Auto war für uns Schülerinnen damals nicht leistbar. Susi und meine Kollegin Andrea versuchten mich zum Bleiben zu überreden. Andrea lockte mich damit das noch ein paar Kumpels aus ihrem Dorf kommen und das die ja ganz nett und lustig seien. Langer Rede kurzer Sinn, ich ging mit. Als wir in die Disco kamen saßen die Burschen schon ganz vorn am ersten Tisch. Einer fiel mir sofort auf; er hatte das hinreissenste Lächeln das ich je gesehen hab, ich schau Männern leider immer zuerst aufs Gebiss. Und das war ein Hollywoodlächeln. Das der Typ auch noch schöne blaue Augen und wahnsinnig lange Wimpern hatte fiel mir dann beim zweiten Hinschauen auf. Er sagte mir das er Wolfgang heisst und wir verbrachten einen tollen lustigen Abend. Später brachte er mich nach Hause und wir verabredeten uns von da an täglich. Die Zeit stand eine Weile für mich still, so still, das ich vor lauter Verliebtheit vollkommen vergaß meine neue Liebe auch meiner Freundin Silvia endlich vorzustellen. Ich hatte sie durch meine Schwärmereien über ihn schon sehr neugierig gemacht. Also sagte ich Wolfi bescheid das meine Freundin neugierig auf ihn war und ihn kennenlernen wollte. Natürlich war ich auch schon ganz aufgeregt denn Silvia wollte mir ihrerseits auch ihren neuen Freund vorstellen. Er war leidenschaftlicher Motorradfahrer und sie wollten mit seiner Strassenmaschine zu dem Cafe kommen wo wir verabredet waren. Um 15.00 Uhr sollte es soweit sein. Wir waren schon eine Viertelstunde früher da. Die Zeit verging aber niemand kam. Silvia war sonst der pünktlichste Mensch den ich kenne. Um 10 Minuten nach drei hörte ich ein Motorrad daherkommen und im selben Moment hörte ich einen Knall, Reifen quietschten und dann war es still. Von einem Moment auf den anderen wurde mir kalt; eiskalt. Wolfi versuchte mich zu beruhigen, das war sicher nicht deine Freundin dort vorne auf der Kreuzung passieren dauernd Unfälle, versuchte er mich auf andre gedanken zu bringen. Ich sah das Blaulicht der Einsatzfahrzeuge vom Cafe aus. Mich hielt nichts mehr dort, ich musste raus um zu sehen was passiert war, wollte mich vergewissern das alles in Ordnung ist. Ich lief raus auf die Strasse, das Motorrad lag quer über der Strasse aber das half mir nichts denn ich wusste ja nicht mal ob das das Motorrad ihres Freundes war. Also lief ich weiter nach vor, ein Polizeibeamter hielt mich fest, ich durfte nicht näher ran an die Unfallstelle. Aber ich sah schon alles, ich sah wie ein Mädchen von einem Sanitäter auf eine Bahre gelegt wurde, alles lief in Zeitlupe. Ich sah meine Lederjacke die ich Silvia geborgt hatte und ich sah wie ein weisses Tuch über sie gelegt wurde, ich wollte schreien aber es kam kein Ton heraus, sie war tot. Mit 18 Jahren hatte sie ihr Leben gelassen. Wolfi hielt mich fest und auch die schlimmen Tage bis zur Beerdigung nahm er sich Urlaub um mich nicht allein zu lassen. Der Tag der Beerdigung war der Schlimmste. Ich weiss bis heute nicht woher ich die Kraft nahm nicht zusammenzubrechen beim Anblick des Sarges mit den vielen weißen Rosen. Ich weiss nur das meine Augen brannten wie Feuer vor lauter Tränen, die sich nicht aufhalten ließen. Meine Freundin starb am 19. Mai 1989, wegen eines betrunkenen Autofahrers der ihnen die Vorfahrt nahm, ihr Freund blieb nahezu unverletzt, körperlich - seelisch ist er bis heute verletzt. Meine Freundin war einfach nicht mehr da, nie wieder mit ihr lachen oder weinen, ja nicht mal mehr reden. Meine Freundin lebt weiter in meinem Herzen und in meiner Erinnerung, ich kann ihr Grab bis heute nicht betreten zünde oft für sie eine kerze an und versuch daheim an sie zu denken, erzähl ihr obs mir gut oder schlecht geht. Ich kann mich an ihr Lachen erinnern  und an den Blick ihrer Augen als sie zu mir sagte:" Liebes, ich werde sowieso nicht alt".
von Horizon - Community: Lebensgeschichten Fantasie
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Saturday, 23. august 2008 6 23 /08 /Aug. /2008 15:12
Gleich nach dem Gerichtsbeschluss stand fest das ich die erste Zeit mal bei meinen Großeltern wohnen sollte. Mein Vater hatte viel um die Ohren musste ständig arbeiten und hatte kaum Zeit für mich. Meine Mutter hatte sich nicht gemeldet - monatelang. So verbrachte ich fast zwei Jahre bei Oma und Opa und es ging mir gut. Besonders mein Opa war für mich alles er verstand mich und er verwöhnte mich. Oma war da schon etwas strenger aber sie meinte es gut. Eines Tages, es war an einem Wochenende, durfte ich heim zu meinem Vater er tat ganz geheimnisvoll und fuhr ganz angespannt vor Neugier mit. Ich freute mich auf zu Hause und unsere Tiere, war ich doch sehr selten bei ihm weil er wenig Zeit hatte. Ich betrat unser Haus und ging hinter meinem Vater in die Küche. Und da saß sie! Eine fremde Frau. Ich fragte mich was das zu bedeuten hat aber mein Vater beantwortete mir gleich was ich wissen wollte. Er sagte mir das ich ab jetzt wieder zu Hause wohnen kann denn seine Freundin wohnt ab jetzt bei uns und wird sich um mich kümmern. Für mich brach eine Welt zusammen, hatte ich bis dahin doch nie die Hoffnung aufgegeben, das meine Mutter eines Tages zu uns zurückkehren wird. Damit wars jetzt natürlich vorbei. Papas neue Freundin hieß Anni sie war gerade mal 20 also nur 10 Jahre älter als ich. Sie bemühte sich sehr es mir recht  zu machen aber ich ließ sie nicht an mich heran und machte ihr das Leben schwer so gut ich nur konnte. Gab ich ihr doch Schuld das ihretwegen unsere Familie nie wieder so sein wird wie sie mal war. Aber Anni blieb hartnäckig, sie überhörte gekonnt meine spitzen Bemerkungen ihr gegenüber, und nahm es hin das ich rotzfrech zu ihr war. Meinem Vater blieb das ganze nicht verborgen und da ihm das Reden nicht so lag schlug er immer wieder auf mich ein. Mit jedem mal das ich geschlagen wurde baute ich meine Mauer um mich herum noch höher, ließ niemand an mich heran. Nur meiner damaligen besten Freundin erzählte ich was mich bedrückt und ab und zu flüchtete ich mich zu meinem Opa, der meinem Vater dann ins Gewissen redete. Im Alter von 12 bekam ich einen Bruder, Richard. Ich hatte mir immer Geschwister gewünscht und ich freute mich riesig das er da war. Das war auch der Beginn wo ich Anni mit anderen Augen zu sehen begann. Sie machte keinen Unterschied zwischen mir und Richard wir waren beide ihre Kinder. Sie ging zu meinen Schulaufführungen, bei schlechten Noten hielt sie dicht und erzählte es meinem Vater nicht aus angst er könnte mich sonst wieder verhauen, sie war nicht einverstanden mit seiner Art von "Kindererziehung". Sie nahm meine pubertären Launen hin verstand meine Sorgen und Ängste und bezog mich überall ein wo es nur ging. Ich lernte von ihr die Grundregeln wie man einen Haushalt führt, sie zeigte mir das Kochen und Backen - sie ist eine wundervolle Köchin - sie klärte mich auf als es zeit dafür war und sie nahm sich zeit mir zu zeigen das ich geliebt werde. Ein Gefühl das ich schon längst verloren glaubte. Ja und dann schlug es ein wie eine Bombe. Genau zu einer Zeit wo ich glaubte wieder glücklich meldete sich meine Mutter wieder. Sie erzählte was von Leben neu wieder aufbauen, sie würde mich ja so  lieb haben und vermissen und lauter so ein Zeugs. Sie wollte das ich sie in den Sommerferien besuchen komme. Und das tat ich dann auch. Es waren schöne Besuche bei ihr. Ich konnte die ganze Verwandschaft sehen wir hatten uns viel zu erzählen. Die Urlaube bei ihr vergingen immer wie im Flug und die Abschiede waren schmerzhaft und tränenreich. Ich bekam nur am Rande mit das sie wohl noch immer an der Flasche hängt, sie versuchte es vor mir geheim zu halten und ich verdrängte es, wollte es nicht wahrhaben. Zu dieser Zeit glaubte ich ihr noch alles was sie sagte. Zu Hause nahm alles wieder seinen geregelten Lauf, das Leben ging weiter. Es gab wie bei jedem teenager Höhen und Tiefen. Und dann war es soweit, die erste große Liebe war da. Ich war fast 17 als ich ihn kennenlernte. Unsere Beziehung dauerte ein Jahr. Sie entwickelte sich wie eine zarte Pflanze, langsam und behutsam nahm sie Formen an. Wir gingen beide in die selbe Handelsschule, leider brach er ab und begann eine Lehre als Maschinenschlosser. Trotz meines strengen Vaters, der mich kaum ausser Haus ließ, sahen wir uns so oft es ging. Tagsüber, denn ich musste immer bis spätestens 8 Uhr zu Hause sein. Dann kam der Tag an dem er in die Berufschule musste. Eine schlimme Zeit. Wir konnten uns nicht sehen und nicht hören, denn wir hatten leider zu Hause kein Telefon und 1987 gab es noch kein Handy. Die Berufsschule war vorbei und wir sahen uns wieder. Aufgeregt fieberte ich unserem Treffen entgegen. Als ich am Bahnhof ausstieg wartete er bereits auf mich. Wir fielen uns um den Hals und küssten uns aber auf irgendeine Weise spürte ich das etwas nicht stimmte. Wir gingen in das bahnhofscafe um was zu trinken. Wir redeten und redeten, wir hatten uns so viel zu erzählen. Und plötzlich gestand er mir mich betrogen zu haben bei einer Karnevalsfeier in der Schule. Mir stockte der Atem. Er sagte das so lässig dahin, es hätte nichts zu bedeuten, er war betrunken, er will nur ehrlich zu mir sein. Ich hörte kaum noch hin, stand wortlos auf lief zu den Bahngleisen stieg in den nächsten Zug. Nur fort von ihm dachte ich, nur heim. Dort weinte ich mir die Augen aus. Ich weinte bis ich keine Tränen mehr hatte. Er versuchte noch mehrmals mit mir in Kontakt zu treten aber ich blockte ab immer wieder. Für mich gab es kein Verzeihen und kein zurück! Das war das zweite mal in meinem Leben das mich jemand bitter enttäuschte dem ich vertraute und  den ich liebte. Mein Vertrauen in die Welt das grad erst wieder aufgebaut hatte war in ihren grundfesten erschüttert - wieder einmal. Aber ich war fest entschlossen diesen steinigen Weg zu gehen; koste es was es wolle!
von Horizon
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